Das weltweit größte Online-Auktionshaus Ebay steigt in den Neuwaren-Handel ein und startet dafür entsprechende neue Kauf-Optionen, die in der letzten Woche diesen Monats in Deutschland, Schweiz und Österreich online geschaltet werden sollen. Durch diese neue Entwicklung stehen die klassischen Versandhäuser unter verstärkten Druck und kleine Versandhändler werden es künftig noch schwerer haben sich auf der hart umkämpften Auktions-Plattform gegenüber den Powersellern erfolgreich zu behaupten.
"Wir haben auf die Nachfrage unserer Kunden reagiert. Künftig kann der Käufer klar getrennt nach gewerblichen Neuwaren-Anbietern suchen", sagte die PR-Sprecherin Katja Harzbecker von Ebay Deutschland. Bislang existiert die Kategorie Sofort & Neu wo User Neuwaren kaufen konnten, allerdings war es nicht möglich nach gewerblichen Händlern zu suchen.
Laut dem Ebay-Chef Deutschland Stefan Groß-Selbeck sei es sinnvoll beim stark wachsenden E-Commerce zu segmentieren und den Nutzern solle damit ein besseres Shoppingerlebnis geboten werden. Künftig müssen sich die 10.000 umsatzstärksten Händler also Powerseller bei Ebay als Gewerbetreibende registrieren und die Umsatzsteuer-Nummer eintragen.
Die Powerseller müssen sich innerhalb von sechs Wochen anmelden aber geschieht dies nicht, muss er auf das Powerseller-Logo verzichten und in Zukunft werden Verstöße gegen die sehr strengen Marktplatzregeln noch schneller und strenger bestraft indem das Auktionshaus den Verkäufern deren Status entzieht.
Laut Harzbecker ist Prädikat Powerseller nur solchen Händlern vorbehalten, die gewerblich als Verkäufer tätig sind und Ebay-User kommen in den Genuss der Vorteile eines normalen Versandhauses wie Otto oder Amazon indem gekaufte Produkte innerhalb von zwei Wochen an den Händler zurückgeschickt werden können.
Mit dem Umbau zum Shoppingcenter profitieren neben den Käufern auch die deutsche Steuerfahndung von Ebay, weil künftig sichtbar zwischen privaten und gewerblichen Händlern unterschieden werden kann. Denn die Umsatzsteuer-Nummern werden vom Bundesamt für Finanzen mit internen Listen verglichen und mithilfe einer speziellen Software kann die Finanzbehörde nach potentiellen Steuerhinterziehen suchen.
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